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Von der Corona-Krise sind alle Menschen dieser Welt gleichermaßen betroffen, aber ganz besonders Menschen mit chronischer Erkrankung und Behinderung. Inklusion in Zeiten der Krise, auch bei Entscheidungsfragen!? Gerade in der jetzigen Krise sind die Meinungen von dieser Bevölkerungsgruppe wichtig. Gerade deshalb weil diese Gruppe 15% unserer Mitmenschen ausmachen, müssen sie gehört werden. Denn von den Maßnahmen der Corona Krise sind besonders Menschen mit Beeinträchtigung betroffen. Jedoch werden ihre Bedürfnisse noch immer nicht adäquat berücksichtigt. Nicht nur auf alltäglicher Ebene, sondern auch auf Entscheidungsebenen.

Fehlen von Menschen mit Behinderung in Entscheidungsprozessen

 

Foto von Stiegenaufgang mit Warnschild "Behinderte durchgestrichen - Wir müssen leider draußen bleiben"

Klare Kritik kommt von vielen Menschen mit Behinderung und Vertreterinnen und Vertreter der Behindertenverbände: Bei Entscheidungen zu Maßnahmen in der Corona-Krise, werde weder die Meinung und Expertise von Menschen mit Behinderung in Krisenstäben berücksichtigt, noch werden diese im Vorfeld überhaupt eingeholt.

Hinzu kommt, dass man sich im Innenministerium für die Forderung nach Einbindung von Menschen mit Behinderung in den dortigen Krisenstab für nicht zuständig sieht.

Die Fachexpertise müsse deswegen in diesem Fall vom Gesundheitsministerium beigesteuert werden. Dort heißt es jedoch, dass man die Expertise von Menschen mit Behinderungen bereits miteinbeziehe. Man habe auch die Sozialreferentinnen und Sozalreferenten der Länder gebeten, sie in ihren Krisenstäben mit einzubeziehen (Quelle).

Dies scheint aber nicht nur auf nationaler Ebene ein Problem. Yannis Vardakastanis, der Präsident des Europäischen Behindertenforums (EDF) leitet ebenfalls seinen offenen Brief an die EU ein. Darin schreibt er, dass die Meinung der Vertreterinnen und Vertreter von 100 Millionen von Menschen mit Behinderung in Europa und ihren Forderungen Gewichtung gegeben werden muss. 

Inklusion während Corona besonders wichtig

Gerade in Zeiten wie diesen ist Inklusion ganz besonders wichtig. Sooft wie möglich sollten Expertinnen und Experten in eigener Sache miteinbezogen werden, denn kaum ein anderer weiß so genau wie sie, was Menschen mit Behinderungen jetzt brauchen.

Besonders der Ausschluss von Menschen mit Behinderung in wichtigen Entscheidungsprozessen, ist nicht nur ein klarer Verstoß gegen die UN-Behindertenkonvention, sondern ein klarer Schritt zurück in der Entwicklung einer sozialen und nachhaltigen Gesellschaft.

Foto von einer Frau mit einem Mundschutz, der ein Sichtfenster hat

Jetzt in dieser Corona-Zeit haben viele Menschen gelernt mit neuen Rahmenbedingungen umzugehen. „Neue“ Begriffe wie zum Beispiel „Social Distancing“ sind in aller Munde und wurden von vielen erstmalig auch im eigenen Umfeld wahrgenommen. Und, wie fühlt sich das an?
Keine Familie, keine Freunde, keine sozialen Kontakte…  Viele Menschen mit Beeinträchtigung erleben diese soziale Distanz tagtäglich. Es sollte unser aller Anliegen sein, dass alle Menschen, egal ob jung, alt, beeinträchtigt oder nicht an der Gesellschaft teilhaben können. Inklusion soll nicht nur ein Traum sein, sondern auch gelebt werden. In unserer Gesellschaft werden die Potentiale der Menschen mit Beeinträchtigung noch viel zu wenig genutzt. Der Wunsch nach Veränderung, nach Mitspracherecht, die Kreativität bei Lösungen und in Umsetzungsprozessen und die Freude am Mitgestalten sollte gesehen werden und genutzt werden. Wenn alle Menschen dazu beitragen, dass es uns ALLEN gut geht – nicht nur in Zeiten, die schwierig sind – geht die Menschlichkeit als Sieger hervor.

 

Wenngleich wir auch gerade nicht im Büro anzutreffen sind, helfen wir Ihnen sehr gerne und unterstützen Sie in allen Fragen der Inklusion

Sie haben noch Fragen? Immer her damit!

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