Der 10. Oktober gilt weltweit als internationaler Tag der psychischen Gesundheit (Mental Health Day). Psychische Störungen sind weiter verbreitet als man annehmen könnte, dennoch wird nicht oft offen darüber gesprochen. Das Stigma und die Vorurteile, mit denen die Menschen mit einer psychischen Krankheit von deren Umfeld täglich konfrontiert werden, sind zu bekämpfen. Margit Preinfalk vom Verein Wir ticken anders erzählt dazu aus ganz persönlicher Erfahrung:

„Es gibt in Österreich 900.000 Menschen, die in einer psychischen Behandlung sind. 840.000 davon bekommen Psychopharmaka. In Wirklichkeit sind es wahrscheinlich viel mehr. Es wird geschätzt, dass es etwa 1.2 Millionen Menschen sind, die irgendeine psychische Störung oder eine Erkrankung haben. Man kann annehmen, dass wir alle irgendjemanden kennen, der psychisch krank ist. Das sind alle KEINE amoklaufende Gewalttäter, sondern ganz normale Menschen so wie du und ich. 

Psychisch krank sein heißt, dass wir ein bisschen anders sind, dass wir ein bisschen sensibler sind für Dinge, ein bisschen mehr spüren als die sogenannten Gesunden. Es ist auch ein großer Unterschied ob man Gesund ist oder Krank. dazwischen gibt es ganz viele verschiedene Facetten.

Ich selbst bin psychisch krank. Ich selbst habe einen sehr starken Kontroll- und Waschzwang entwickelt. Ich schade niemandem, höchstens mir selbst, wenn ich stundenlang mit Duschen, Händewaschen, Wäschewaschen und kontrollieren beschäftigt bin. In meiner schlimmsten Phase bin ich zusammengebrochen vor Erschöpfung.

Dass ich heute so zu euch sprechen kann, verdanke ich einer sehr guten Therapeutin, die mit mir erarbeitet hat woher diese Krankheit gekommen ist. Aber auch der Austausch mit anderen seelisch Kranken – das gibt mir sehr viel Mut und sehr viel Kraft“

„… Eine psychische Erkrankung lässt sich nicht im Röntgenbild finden oder im Blutbild erkennen. Darum ist sie für Viele einfach unsichtbar. Man kann sie nicht sehen. Man kann sie nicht erkennen. Aber trotzdem ist sie da.  

Ich wünsche mir, an diesem besonderen Tag, dass seelisch Kranke als das gesehen werden, was sie sind: nämlich krank. Kranke Menschen, die eine Behandlung dringend brauchen und manchmal auch Medikamente nehmen müssen. Kranke die nichts dafür können, aber sehr leiden. 

Bleibt bitte aufmerksam im Umgang mit anderen Menschen.

Vielleicht betrübt den einen oder anderen etwas oder er leidet. Schenkt ihm ein Ohr und ein bisschen Zeit.“

 

In diesem Text sind nur einige Punkte von vielen wichtigen, die Frau Preinfalk in dem hier angeführten Video anspricht. Wir danken ihr sehr für ihren wertvollen und persönlichen Einblick in eine wichtige und aktuelle Thematik.

In Zusammenarbeit mit dem Forum Lichterkette ist es auch uns ein wichtiges Anliegen, in Unternehmen und auch außerhalb, Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit zum Thema psychische Erkrankung zu leisten! Denn eine psychische Erkrankung könnte uns allen betreffen.

Wer sich angesprochen fühlt oder mehr Informationen möchte zum Thema „Psychische Erkrankungen“ und Zwangserkrankungen, kann sich an folgende Adressen wenden:

Links
Forum Lichterkette
Wir ticken anders